Das Hohlkreuz
sieht doch sexy aus oder?Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass ein Hohlkreuz nicht nur ein ästhetisches Thema ist, sondern auch Beschwerden verursachen kann. Trotzdem wird es oft nicht ernst genommen. In sozialen Medien wird die Haltung manchmal sogar als sexy dargestellt, und viele denken, ein Hohlkreuz mache das Gesäß besonders betont.

„Kein Hintern mehr“?
Wenn ich Patienten in meiner Praxis aufrichte, höre ich oft: „Oh, jetzt habe ich gar kein Hinter mehr.“ Diese Wahrnehmung zeigt, wie tief verwurzelt manche unbewusste Muster und Haltungen in unserem Leben sind. Dabei hat das Hohlkreuz oft mehr mit unserem Alltag und unseren Gewohnheiten zu tun, als uns bewusst ist.

Die Ursachen dahinter
Ein Hohlkreuz entsteht meist durch ein nach vorne gekipptes Becken, das die Wirbelsäule stärker in die Krümmung zwingt. Kurzzeitig ist das kein Problem – der Körper ist dafür gemacht, flexibel zu sein. Doch über die Jahre können bestimmte Muster dazu führen, dass diese Haltung zur Norm wird.

Bewegungsmangel und Stress
Lange Sitzzeiten, Bewegungsmangel und einseitige Belastungen sind hier wichtige Faktoren. Vielleicht hast du schon bemerkt, wie du unbewusst immer dieselbe Sitzhaltung einnimmst oder deine Schultern bei Stress verspannst. Solche Muster laufen meist unbemerkt ab. Der Körper reagiert auf äußere Einflüsse, Stress und Bewegungsmangel, ohne dass wir aktiv etwas steuern.

Schwäche und Verspannung
Das zeigt sich in den Muskeln: Die Bauch- und Beckenbodenmuskulatur verlieren an Spannung, während die Rückenmuskulatur gleichzeitig überfordert ist. Diese Dysbalance verstärkt das Hohlkreuz – und die Beschwerden nehmen schleichend zu.
Von Verspannung zu Schmerz
Anfangs zeigt sich ein Hohlkreuz vielleicht nur als leichte Verspannung oder ein unangenehmes Ziehen im unteren Rücken. Doch mit der Zeit kann sich eine Kettenreaktion entwickeln. Die veränderte Beckenstellung belastet die Wirbelsäule ungleichmäßig, was langfristig zu Verschleißerscheinungen führen kann. Viele Patienten berichten von Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen, die sich aus einer veränderten Haltung ergeben. Dabei bleibt es oft nicht beim unteren Rücken: Die Haltung wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Ein Rundrücken mit nach vorne gezogenen Schultern oder ein überstreckter Nacken mit vorgeschobenem Kopf sind typische Begleiterscheinungen.
Alltagsgewohnheiten und Folgen
Der Alltag verstärkt diese Muster oft noch. Sitzen gehört für viele von uns zum Leben dazu – sei es in der Schule, im Studium oder später im Bürojob. Doch unser Körper ist nicht dafür gemacht, stundenlang in derselben Position zu verharren. Ohne regelmäßige Bewegung verlieren wir die Stabilität in der Körpermitte, und unbewusste Anspannungen können die Beschwerden noch verstärken. Manche Patienten entwickeln Bewegungsmuster, die sie als Entlastung empfinden, wie das häufige Verlagern des Gewichts auf ein Bein. Doch genau diese Kompensationen führen oft zu neuen Problemen.
Nur ein Symptom
Ich sehe ein Hohlkreuz nicht nur als ein Symptom, sondern als Botschaft deines Körpers. Es zeigt dir, dass etwas in deinem Bewegungs- oder Haltungsmuster aus der Balance geraten ist. Diese Botschaften bewusst wahrzunehmen, ist der erste Schritt, um unbewusste Muster zu erkennen und zu verändern.
Signale entschlüsseln
In meiner Praxis schauen wir gemeinsam auf diese Muster – körperlich und darüber hinaus. Viele Beschwerden haben auch emotionale oder unbewusste Ursachen. Denk nur daran, wie dein Körper auf Stress reagiert: Vielleicht ziehen sich deine Schultern zusammen, oder du hältst unbewusst die Luft an. Solche Reaktionen zeigen, wie eng Körper und Geist miteinander verbunden sind. Das Ziel ist es, die Signale deines Körpers zu entschlüsseln und zu verstehen, warum sie auftreten.
Beispiel aus der Praxis
So kam eine junge Patientin, nennen wir sie Yoginista, mit Rücken- und Nackenschmerzen in meine Praxis. Beim Bodyreading sah ich unter anderem ein Hohlkreuz und ein stark nach vorne gedrehtes Becken. Dadurch entwickelte sich kompensatorisch ein Rundrücken. Sie klagte auch über Spannungen im Nacken. Vom Becken abwärts beschrieb sie Beschwerden im rechten Gesäß, die gelegentlich bis zum Knie ausstrahlten.
Yoginista ist schlank gebaut und praktiziert gern Yoga. Sie verfügt über eine große Beweglichkeit und Flexibilität. Aber ihre Haltung wirkte auf mich, als würde sie in Seilen hängen.
Zu Beginn der Behandlung korrigierte ich ihre Haltung. Für sie war diese neue Position mehr als fremd. Für mich kein Wunder, denn ihr Nervensystem hat sich an das alte Muster angepasst.
Für mich ist es in solchen Momenten interessant zu erfahren, wo die neue Haltung ungewohnt ist oder bewusst gehalten werden muss. Diese Informationen sind für mich nützlich, weil sie den Fahrplan für die Behandlung vorgeben.
Nach der Behandlung stand sie auf, und ich sagte: „Schau mal in den Spiegel und beschreibe, wie sich deine Haltung nun anfühlt.“ Für sie war es eine echte Erkenntnis, sie stand nun deutlich ausbalancierter und empfand die neue Haltung als wesentlich natürlicher.
Erste Schritte in Richtung Balance
Vielleicht fragst du dich jetzt, was du selbst tun kannst, um deine Haltung zu verbessern. Ein einfacher Anfang ist es, im Alltag immer wieder innezuhalten und auf deinen Körper zu hören. Spürst du Verspannungen im Rücken? Ist dein Becken gekippt, wenn du sitzt? Oft reichen kleine Momente der Achtsamkeit, um Muster zu erkennen, die bisher im Hintergrund ablaufen.
Bereit für Veränderung
Manchmal reichen schon kleine Veränderungen im Alltag, um die ersten Schritte in Richtung Beschwerdefreiheit zu gehen. Wenn du neugierig bist, wie dein Körper dir Signale sendet und was sie bedeuten, lass uns gemeinsam auf die Suche gehen.
Bodyreading – den Körper verstehen
In meiner Praxis analysieren wir nicht nur deine Haltung, sondern auch die unbewussten Prozesse dahinter. Vereinbare einfach einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch – ich freue mich darauf, mit dir zusammenzuarbeiten und die Botschaften deines Körpers zu entschlüsseln.
Für Fragen stehe ich dir gern zur Verfügung. Buche dir gern ein kostenfreies Beratungsgespräch.