Vier Wege aus dem Schmerz
– und warum ich einen davon besonders schätze
Odyssee
Letzte Woche saß ich mit einem Patienten zusammen, der sichtlich genervt war. Er erzählte mir von seiner langen Odyssee: Zuerst Massage, dann Tabletten, dann ein MRT – doch das brachte kein klares Ergebnis, geschweige denn eine Lösung. Doch irgendetwas in ihm hatte sich gesträubt. Also saß er nun bei mir – mit skeptischem Blick und der Frage, die ich fast schon erwartet hatte:
„Und, was machen Sie eigentlich anders als die anderen?“
Diese Situation erlebe ich häufiger, als du vielleicht denkst. Und so unterschiedlich die Geschichten sind – im Kern läuft es oft auf einen Punkt hinaus: Die eigentliche Ursache der Beschwerden wurde bisher nie ganz verstanden. Genau da setzt meine Arbeit an.
Wenn du Schmerzen hast – ganz gleich ob im Rücken, im Knie oder in der Schulter – dann willst du nur eins: dass sie weggehen. Und zwar möglichst schnell. Das ist völlig verständlich.
In meiner Praxis begegnen mir täglich Menschen, die oft schon eine ganze Reise hinter sich haben. Massage, Medikamente, vielleicht sogar eine Operation. Und manchmal fragen sie mich, meist halb im Spaß, halb im Ernst:
„Wie können Sie mir helfen?“
Die ehrliche Antwort ist: Ich versuche nicht nur das Symptom zu behandeln, sondern dem roten Faden nachzugehen, der sich in deinen Körper eingeschrieben hat.
Vier Wege – vier Perspektiven
In einem Workshop der Spiraldynamik hörte ich einen Satz, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht.
Es ging um vier Möglichkeiten, wie Menschen versuchen, Schmerzen zu lösen. Und jede von ihnen hat ihre Berechtigung – je nach Situation, Persönlichkeit und Phase des Lebens.
Lass mich dir diese vier Ansätze vorstellen. Und dir erzählen, warum ich persönlich vor allem an den vierten glaube.

1. Massage – die Kunst der Berührung
Massage ist oft der erste Schritt. Entspannung, Druck rausnehmen, Durchblutung fördern.
Ich selbst habe als medizinischer Masseur begonnen. Ich weiß, wie wohltuend eine gute Massage sein kann. Aber ich weiß auch:
Ein verspannter Muskel ist oft nicht das eigentliche Problem.
Er ist die Reaktion auf etwas – auf Haltung, auf Gewohnheit, auf Stress, auf fehlende Bewegung.
Wenn man also nur massiert, ohne zu verstehen warum sich Spannung aufgebaut hat, dann bleibt es bei kurzfristiger Erleichterung. Und manchmal – das sehe ich tatsächlich in der Praxis – kann eine zu intensive Lockerung sogar instabile Strukturen noch mehr ins Ungleichgewicht bringen.
2. Medikamente – manchmal nötig
Wenn es weh tut, will man Linderung. Medikamente können da helfen.
Bei akuten Entzündungen, bei starken Schmerzen – keine Frage: Sie sind ein wertvoller Teil der Medizin.
Aber: Sie verändern nichts an der Bewegungsqualität.
Medikamente lindern Schmerzen – aber sie verändern in der Regel nichts an der Haltungs- oder Bewegungsursache, wenn diese vorhanden ist.
Und so kann es passieren, dass der Schmerz zwar verschwindet – die alten Muster im Alltag aber bestehen bleiben.
3. Operation – der große Schnitt
Ich habe große Hochachtung vor der Chirurgie. In vielen Fällen ist eine Operation der richtige Weg – bei Verletzungen, strukturellen Schäden, Notfällen.
Aber ich sehe auch: Manchmal kommt die OP zu früh.
Ein Bandscheibenvorfall, ein schmerzendes Knie, ein Meniskusriss – oft steckt dahinter eine lange Geschichte von Fehlbelastungen.
Und die sind nicht einfach "weggeschnitten", auch wenn das Symptom danach vielleicht kurz weg ist.
Außerdem: Narbengewebe verändert die Spannungsverhältnisse im Körper. Es fehlt die Elastizität gesunden Gewebes. Und manchmal beginnt der Körper, neu zu kompensieren – mit neuen Beschwerden.
4. Der bewusste Weg
– und der beginnt mit der Frage: Willst du es wirklich wissen?
Das ist der Punkt, an dem meine Arbeit beginnt.
Nicht, weil ich den Schmerz direkt wegbekomme. Sondern weil ich helfen kann, die Ursache zu finden.
Oder wie ich es ausdrücken würde: Ich sehe deinen Körper als offenes Buch – und lade dich ein, mitzulesen.
Ich arbeite mit Bewegungsanalysen, mit Haltungsbildern, mit Bodyreading. Und ich kombiniere gezielte Faszienarbeit mit aktiver Bewegung – so, dass dein Nervensystem neu lernt, sich sicher und stabil zu bewegen.
Das braucht manchmal Mut. Und Neugier.
Denn es geht nicht um schnelle Lösungen. Sondern um echte Veränderung.
Ein persönlicher Weg mit Haltung
Diesen vierten Weg gehe ich nicht nur mit meinen Patient:innen – ich bin ihn auch selbst gegangen.
Vom medizinischen Masseur, der Menschen "durchknetet", bis hin zum heutigen Heilpraktiker mit dem Fokus auf gesunder Körperhaltung, Faszienarbeit und Spiraldynamik.
Ich habe gelernt: Haltung ist kein Zustand. Haltung ist eine Fähigkeit. Eine Bewegungskompetenz, die man kultivieren kann.
Und genau da setzt meine Arbeit an.
Die große Frage lautet:
Was willst du wirklich?
Wenn du also zu mir in die Praxis kommst, dann frage ich dich nicht nur:
Wo tut es weh?
Ich frage auch:
Was willst du wirklich verändern?
Denn Schmerz ist kein Gegner. Er ist ein Signal. Und er wird leiser, wenn man hinhört.
Dein nächster Schritt
Wenn du bereit bist, deine Haltung zu erkunden, deine Bewegungsmuster zu verstehen und neue Wege zu gehen – dann lade ich dich herzlich ein.
In einem ersten Termin analysieren wir gemeinsam deine Körperstruktur, deine Gewohnheiten – und die Möglichkeiten, die in dir stecken.
Vielleicht möchtest du vorab mehr darüber lesen, warum manche Bewegungen dir gar nicht mehr bewusst sind? Dann schau dir meine 3 Artikel zur sensomotorischen Amnesie an – ich nenne es den "blinden Fleck" im Körpergefühl.
Und wenn du lieber gleich loslegen möchtest:
Hier kannst du direkt einen Termin buchen.
Ich freue mich auf dich.
Martin Grütz – Heilpraktiker in Berlin
