Was ist eigentlich Gesundheit?
Gesundheit ist kein Zustand, den man einfach hat. Sie ist nicht messbar wie der Puls – und nicht sichtbar wie ein Bruch auf dem Röntgenbild.
Du kannst laufen, atmen, schlafen – also bist du gesund? Und trotzdem: Der Rücken zieht. Der Nacken ist fest. Du fühlst dich, als würdest du innerlich gegen Widerstand arbeiten.
Gesundheit – ein großes Wort
Aber was bedeutet das wirklich?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dafür eine recht idealistische Definition:
Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens – und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit.
Aber wie oft trifft das wirklich zu? Nach dieser Definition ist wohl kaum einer wirklich gesund. Die meisten Menschen, die zu mir kommen, sind aber auch nicht akut krank. Und trotzdem spüren sie: Irgendetwas stimmt nicht.
Verspannungen. Müdigkeit. Schmerzen ohne klaren Befund. Ein Gefühl, „nicht ganz in sich zu sein“.
Genau da beginnt ein differenzierterer Blick auf das Thema Gesundheit.
Pathogenese: Gesundheit aus dem Gleichgewicht
Die klassische Medizin denkt in Begriffen der Pathogenese. Das bedeutet: Man untersucht, wie Krankheiten entstehen – also welche Ursachen zu welchen Symptomen führen.
Das ist wichtig. Auch in meiner Arbeit analysiere ich Beschwerden. Ich schaue mir Haltung, Bewegung und Belastungsmuster an – z. B. wie ein verdrehtes Becken zu Knieschmerzen führen kann, oder wie ein chronisch verspannter Brustkorb Schulterprobleme verursacht.
Aber Pathogenese bleibt rückwärtsgerichtet. Sie erklärt, warum etwas kaputt gegangen ist.
Was mir im Praxisalltag wichtiger ist: Was hält dich gesund?
Und da kommt ein ganz anderer Begriff ins Spiel.

Salutogenese: Gesundheit fördern
Salutogenese ist das Gegenteil von Pathogenese.
Hier geht es nicht um das, was krank macht, sondern um das, was dich gesund hält.
Der Begriff geht auf den Medizinsoziologen Aaron Antonovsky zurück, der in den 1970er Jahren diesen Perspektivwechsel vorschlug: weg von der Frage nach dem Krankmachenden, hin zur Stärkung dessen, was im Menschen gesund bleibt – selbst unter schwierigen Bedingungen.
Aus Sicht meiner Praxis bedeutet das: Ich frage nicht nur, wo dein Schmerz sitzt – ich schaue, was deinem Körper gerade fehlt, um sich besser zu organisieren.
Denn Gesundheit ist kein Zustand, den man entweder hat oder nicht. Sie ist ein dynamisches Gleichgewicht, das man fördern und unterstützen kann.
Warum Massage bei beginnender Erkältung problematisch sein kann
Ob durch gezielte Faszientherapie, eine fundierte medizinische Massage, Übungen aus der Spiraldynamik®, eine strukturierende Sportmassage zur Regeneration oder Chiropraktik bei einem blockierten Wirbel – jede Behandlung ist eine Einladung an dein Nervensystem, sich neu zu sortieren – nicht gegen den Schmerz, sondern hin zu einer Struktur, die dich trägt.
Dabei geht es nicht nur um den Körper allein. Hier schließt sich ein weiterer Begriff an der Salutogenese an
Die Resilienz
Denn wer seine körperlichen Ressourcen stärkt – etwa durch Haltung, Bewegung und Atmung – schafft auch auf mentaler Ebene mehr Spielraum, um mit Belastungen umzugehen. Gesundheit zu fördern heißt also immer auch, innere Widerstandskraft aufzubauen.
Resilienz: Aufrichten – innerlich wie äußerlich
Resilienz ist ursprünglich ein Begriff aus der Materialforschung und wurde auf die Psyche übertragen und beschreibt deine Fähigkeit, mit Herausforderungen und Belastungen umzugehen.
In meiner Arbeit sehe ich, wie sehr sich Körperhaltung und seelische Widerstandskraft gegenseitig bedingen. Resilienz beginnt im Körper – im Becken, das dich trägt, in der Wirbelsäule, die dich aufrichtet, im Atem, der dich beruhigt.
Wenn dein Becken stabil steht, dein Brustkorb frei atmen kann und deine Füße dich tragen, wirkt sich das auch auf dein Nervensystem aus.
Viele meiner Patient:innen berichten: „Seit ich mich anders bewege, kann ich auch mit Stress ganz anders umgehen.“
Genau deshalb verbinde ich Körperarbeit immer mit der Frage:
-
Wie fühlst du dich in deinem Körper zu Hause?
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Welche Haltung gibt dir Halt – nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich?
Körperwissen: Verbindung von Struktur, Bewegung und innerer Stärke
Gesundheit ist kein Ziel. Sie ist ein Prozess – und sie beginnt genau da, wo du deinen Körper wieder ernst nimmst. Sie lässt sich beeinflussen.
In meinem Praxisrahmen bedeutet das nicht durch einen einzelnen Handgriff, sondern durch ein Zusammenspiel aus Berührung, Bewegung und Bewusstsein.
Die Pathogenese hilft, Symptome zu verstehen. Die Salutogenese hilft, Ressourcen zu stärken. Und Resilienz zeigt sich im Alltag – in einer aufgerichteten Haltung, einem freien Atem und einer dynamischen Beweglichkeit. So entsteht ein Einklang aus einer inneren und äußeren Haltung.
Wenn du herausfinden willst, was deinen Körper stärkt, statt nur am Symptom zu agieren, begleite ich dich gern auf diesem Weg – mit meinen integrativen Ansatz, der sich deinem Tempo anpasst.
Wenn du spürst, dass dein Körper mehr kann, als er gerade zeigt – dann lass uns gemeinsam hinschauen. In meiner Praxis unterstütze ich dich dabei, deine innere und äußere Haltung neu auszurichten – mit medizinischer Massage, Faszientherapie, Spiraldynamik® und gezielter Körperanalyse in Berlin-Prenzlauer Berg.
Vorschau
Im nächsten Blogartikel zeige ich dir, wie ich diesen salutogenetische Ansatz in meiner Praxis erlebbar umsetze – über strukturierte Bewegung, gezielte Körperwahrnehmung und einen möglichen Transfer in den Alltag.
Wenn du erfahren willst, wie aus Theorie gelebte Praxis wird, schau in der kommenden Woche wieder vorbei.
Wenn dich interessiert, wie diese Haltung meine Arbeit mit Schmerzpatienten beeinflusst – dann lies gerne den nächsten Artikel: „Vier Wege aus dem Schmerz – und warum es sich lohnt, die eigene Haltung zu hinterfragen“.
Dein nächster Schritt
Wenn du bereit bist, deine Haltung zu erkunden, deine Bewegungsmuster zu verstehen und neue Wege zu gehen – dann lade ich dich herzlich ein.
In einem ersten Termin analysieren wir gemeinsam deine Körperstruktur, deine Gewohnheiten – und die Möglichkeiten, die in dir stecken.
Vielleicht möchtest du vorab mehr darüber lesen, warum manche Bewegungen dir gar nicht mehr bewusst sind? Dann schau dir meine 3 Artikel zur sensomotorischen Amnesie an – ich nenne es den "blinden Fleck" im Körpergefühl.
Und wenn du lieber gleich loslegen möchtest:
Hier kannst du direkt einen Termin buchen.
Ich freue mich auf dich.
Martin Grütz – Heilpraktiker in Berlin
