Humanoide Roboter
und die Genialität des menschlichen Gangs
Entwicklung seit 1960
Kürzlich habe ich ein Video über die Entwicklung humanoider Roboter gesehen. Spannend, wie seit den 1960er-Jahren weltweit versucht wird, Maschinen auf zwei Beinen zum Laufen zu bringen. Damals begann es in Japan mit den ersten, noch wackeligen Gehversuchen. Um die Jahrtausendwende trat Asimo auf die Bühne – ein Roboter, der immerhin schon einigermaßen stabil laufen konnte. Heute sehen wir Modelle, die Treppen steigen, Parcours meistern und sogar tanzen. Manche erreichen inzwischen Geschwindigkeiten von fast 13 km/h.
Und doch: Was für modernste Ingenieurskunst eine gewaltige Herausforderung bleibt, gelingt uns Menschen ganz selbstverständlich – Gehen auf zwei Beinen. Genau hier beginnt die eigentliche Geschichte.
Warum das Gehen so komplex ist
Aufrecht zu gehen klingt simpel, ist aber biomechanisch hochkomplex. Unser Körperschwerpunkt liegt im Becken – dort entscheidet sich, ob Bewegungen harmonisch und ökonomisch ablaufen. Jeder Schritt bedeutet, dass wir für einen kurzen Moment auf einem Bein stehen. Damit wir nicht ins Straucheln geraten, reagiert unser Gehirn in Bruchteilen von Sekunden. Muskeln, Faszien und Gelenke greifen ineinander, ohne dass wir es bewusst steuern müssen.
Das eigentlich Geniale ist unsere Anpassungsfähigkeit:
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Wir können ein Kind auf der Hüfte tragen und dabei weitergehen.
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Wir schultern einen Rucksack, steigen Treppen und unterhalten uns gleichzeitig.
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Wir balancieren Lasten vor dem Körper und passen unsere Bewegungen dabei nebenbei an.
Alles eine Frage des Schwerpunkts
Für Roboter ist so etwas nicht eigenständig möglich – alles muss programmiert oder durch eine KI berechnet werden. Sie geraten schon bei kleinen Störungen ins Wanken. Der Mensch dagegen kann den Schwerpunkt permanent verlagern und sich neuen Situationen intuitiv anpassen – ein Zusammenspiel von Statik, Dynamik und enormer Rechenleistung im Gehirn. Diese Beweglichkeit können wir ein Leben lang fördern und uns immer wieder neu herausfordern.

Wenn das System aus der Balance gerät
Doch so genial unser Körper konstruiert ist, auch hier gibt es Stolperfallen. Über Jahre hinweg können sich feine Veränderungen einschleichen:
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eine einseitige Sitzhaltung
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eine alte Verletzung
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monotone Bewegungen
Das Nervensystem gewöhnt sich daran, auch wenn es biomechanisch nicht mehr optimal ist. In meiner Praxis beobachte ich häufig, dass sich solche Muster in Form von myofaszialen Verspannungen zeigen. Sie wirken wie kleine Bremsklötze im System. Der Körper findet zwar Wege, trotzdem zu funktionieren – doch oft auf Kosten von Bewegungsfreiheit und Leichtigkeit.
Behandlung als Reset – ähnlich wie ein Software-Update
Während Roboter ein Software-Update benötigen, kann unser Körper durch gezielte Impulse neu „hochfahren“. Eine Behandlung verstehe ich deshalb weniger als reines Lösen von Blockaden, sondern vielmehr als eine Art Reset. Rezeptoren im Gewebe bekommen neue Informationen, das Nervensystem erinnert sich an Bewegungsmöglichkeiten, die vielleicht in den Hintergrund geraten sind. Viele berichten, dass sie danach das Gefühl haben, leichter in eine ausbalancierte Haltung zurückzufinden.
Es geht nicht darum, den Körper neu zu erfinden. Es geht darum, seine Genialität bewusst zu nutzen – Schritt für Schritt, Bewegung für Bewegung.
Dein nächster Impuls
Vielleicht lohnt es sich, einmal genauer hinzuspüren:
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Wie fühlt sich dein Gang an, wenn du eine Tasche nur auf einer Seite trägst?
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Was verändert sich, wenn du einen Rucksack vorne statt hinten aufsetzt?
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Oder wenn du ganz bewusst auf beiden Sitzbeinhöckern Platz nimmst?
Diese kleinen Experimente zeigen, wie fein abgestimmt dein Körper arbeitet. Manchmal hilft es, solche Beobachtungen gemeinsam durchzusprechen und neue Impulse zu setzen. Wenn du das Gefühl hast, deine Haltung auffrischen oder überprüfen zu wollen, stehe ich dir dafür in meiner Praxis zur Verfügung.
Heute:
Integrative Schmerztherapie mit dem Fokus auf Faszien und gesunde Körperhaltung
Heute verbinde ich mein Wissen aus der Faszienarbeit, der Spiraldynamik und der strukturellen Integration mit gezielter Bewegungsanalyse. Ich arbeite nicht nur am Körper, sondern mit dem Körper.
Meine Ausbildung in Chiropraktik ergänzt das Bild: Schnelle Hilfe bei akuten Blockaden – aber immer kombiniert mit nachhaltiger Arbeit an Haltung und Wahrnehmung. Denn ich möchte nicht nur Symptome lösen, sondern Ursachen aufdecken.
Und ja – ich gehe weiterhin zu Kolleg:innen. Denn auch ich habe meine blinden Flecke. Aber inzwischen freut sich mein Chiropraktiker:
„Heute sind es nur vier Blockaden!“
Veränderung ist möglich. Auch nach vielen Jahren. Und sie beginnt mit einem ersten Schritt – am besten bewusst, achtsam und mit der Bereitschaft, dem eigenen Körper wirklich zuzuhören.
Wenn dich interessiert, wie diese Haltung meine Arbeit mit Schmerzpatienten beeinflusst – dann lies gerne den nächsten Artikel: „Vier Wege aus dem Schmerz – und warum es sich lohnt, die eigene Haltung zu hinterfragen“.
Dein nächster Schritt
Wenn du bereit bist, deine Haltung zu erkunden, deine Bewegungsmuster zu verstehen und neue Wege zu gehen – dann lade ich dich herzlich ein.
In einem ersten Termin analysieren wir gemeinsam deine Körperstruktur, deine Gewohnheiten – und die Möglichkeiten, die in dir stecken.
Vielleicht möchtest du vorab mehr darüber lesen, warum manche Bewegungen dir gar nicht mehr bewusst sind? Dann schau dir meine 3 Artikel zur sensomotorischen Amnesie an – ich nenne es den "blinden Fleck" im Körpergefühl.
Und wenn du lieber gleich loslegen möchtest:
Hier kannst du direkt einen Termin buchen.
Ich freue mich auf dich.
Martin Grütz – Heilpraktiker in Berlin
